5 bis 8 – Jan./Feb. ’17

Tagelang nur trübe Aussichten. Der Himmel ein konturenloser Brei aus Grautönen. Dazu noch stattliche Minustemperaturen, die die Tätigkeit im Garten wahrlich auf Eis legten. Im Vergleich zum letzten Jahr naht der Frühling in sehr viel gemächlicheren Schritten heran. Vor einem Jahr blühten schon die Schneeglöckchen und die ersten Primeln und Krokusse. Dieser Tage zeigen sich gerade mal die ersten weißen Köpfchen der Schneeglöckchen. Bis diese ihre geöffneten Blüten im Winde baumeln lassen, werden wohl noch ein paar Tage vergehen.

Doch immerhin ließ sich Anfang dieser Woche endlich mal wieder die Sonne blicken und ihre schon sehr warmen Strahlen kündeten vom baldigen Ende des Winters. So zeigt sich nun allmählich mehr und mehr erwachendes Leben, mit welchem auch die gärtnerischen Freuden zurückkehren. Die ersten Spitzen der späteren Frühlingsblüher wie des Zierlauchs oder der Narzissen luken aus der Erde, die Knospen an den Bäumen werden praller und die ersten Stauden zeigen einen zaghaften Neuaustrieb. Und so wird es aus der Gartenwelt bald wieder viel zu berichten geben.

Die Kunde vom letzten Monat hingegen ist noch äußerst knapp. Außer dem Winterbaumschnitt, für den der Monat Februar am geeignetsten ist, habe ich nicht wirklich viel getan. Allerdings ist das bei über zwanzig Obstbäumen auch schon eine ausreichende Aufgabe, zumal viele der Bäume erst wieder in Form gebracht werden müssen. Die letzten Vorbesitzer des Gartens waren nämlich etwas nachlässig und haben mit ihren Versuchen im Beschneiden den Bäumen nicht wirklich was Gutes getan. Äste, auch viel starke, wurden an ungünstigen Stellen abgeschnitten und danach nicht mehr gepflegt. So blieben lange Stumpfen stehen, die mit der Zeit abstarben und viel Totholz in die Bäume brachten. Oder aber der Neuaustrieb verästelte sich so stark, daß viele Zweige in Konkurrenz standen und aneinander rieben. Für die Bäume kann so ein schlechter Schnitt auf Dauer das Ende bedeuten. Hinzu kommt noch eine weitere Schwierigkeit bei meinen Obstbäumen. Und zwar die  Gegebenheiten des Gartens. Denn dieser hat eine steile Südhanglage, so daß die Bäume dazu tendieren stark in eine Richtung – und zwar der Sonne entgegen – zu wachsen. Das sorgt aber auch für interessante Formen, die mich zuweilen an die Kunst des Bonsai-Schnitts erinnern.

Ebenfalls unter die Schere kamen diese Woche auch die ersten vertrockneten Samenstände der ein- und mehrjährigen Pflanzen, die ich im Winter für der Vögel Bäuchlein und für mein Aug‘ stehen lasse. Doch jetzt, wo das Wachstum wieder beginnt, ist es gut Licht und Luft für das zu schaffen, was nun kommen möge. Die abgeschnittenen Pflanzenteile lasse ich zum Teil zerkleinert an Ort und Stelle als Mulchmaterial. Den Rest lagere ich an ein einer Stelle im Garten zwischen, um ihn dann erst im Verlauf des Jahres zum Mulchen zu verwenden.

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