Das Lächeln der Erde

Mit dem ersten Advent kam auch der erste Schnee hier in die Stadt. Während das Tageslicht langsam erlosch, legte sich eine feine, glitzernde Schicht auf die grauen Straßen und trostlosen Hinterhöfe. Zauber des Winters.

Seinen kalendarischen Beginn begeht er freilich erst in gut zwei Wochen, zur Wintersonnenwende. Zu diesem Zeitpunkt endet dann auch mein Gartenjahr, von dem ich so viel berichten wollte. Doch das Gartenarchiv blieb die letzten Monate geschlossen. Nicht wegen Krankheit oder Urlaub, sondern wegen Unentschlossenheit. Ich wusste einfach nicht so recht, ob ich es noch weiterführen möchte oder nicht. Weiß es, ehrlich gesagt, auch immer noch nicht. Aber ich werde mir noch einen Versuch geben und vielleicht finde ich in diesem dann auch die Antwort.

Für meine Zweifel gibt es natürlich Gründe. Da wäre zum einen die schiere Masse an Daten, die es zu den Themen Garten, Natur und Landwirtschaft bereits zu finden gibt. Tausende Blogs, Videos, Fotos, Artikel. Habe ich dem wirklich irgendetwas hinzuzufügen, was nicht bloße Wiederholung von bereits Gesagtem ist? Ist die eigene Sichtweise individuell genug, daß sich deren Beschreibung lohnt?

Zum anderen bin ich im Frühjahr diesen Jahres aufgebrochen, um die Floristerei zu erkunden. Blumen wurden angebaut, geschnitten und gebunden, getrocknet und verkauft. Viele Stunden verstrichen – nicht schreibend – und die Erkundung ist längst nicht vorüber. Und vielleicht werde ich auch einfach ein bisschen davon berichten in zukünftigen Beiträgen. Das Werkeln mit Blumen ist auf jeden Fall eine freudvolle, beruhigende und aufbauende Tätigkeit. Balsam für die Seele. Leider steht sie in einem so starken Kontrast zu den tatsächlichen Umständen, in denen wir derzeitig leben, daß man sie fast schon als Anachronismus beschreiben müsste. Der amerikanische Essayist Ralph Waldo Emerson (1803-1882) meinte ja einmal: „The earth laughs in flowers“. Aber hat die Erde gerade wirklich noch etwas zu lachen?


The smile of the earth

The first Sunday in Advent brought the first snow into town. While the daylight was slowly fading away, a fine glittering layer settled upon the grey streets and the bleak backyards. The magic of winter.

Admittedly its official beginning is about two weeks away, at the time of the winter solstice. This is also the time when my gardening year which I wanted to tell so much about will end. Although nothing much was told. The garden archive stayed closed for the last several months. Not due to illness or weather, but to indecisiveness. I just wasn’t sure about whether I should continue to maintain it or not. And to be honest, I’m still not sure about it. But I will give it another shot and maybe therein I will find the answer.

There are reasons of course for my doubts. One is the unfathomable magnitude of data which already exists about all themes related to gardening. Hundreds and thousands of blogs, videos, photographs, articles. Do I really have anything to add to that that isn’t a mere repetition of something already said? Is the personal view individual enough that it justifies its account?

The other one is a new undertaking I started in this years spring: the floristry. I grew flowers, cut them and arranged them, dried and sold them. And so a lot of hours passed by in which I wasn’t writing at all. Being busy with flowers is a joyfull, soothing and uplifting occupation. Balm to the soul. And sadly in such extreme contrast to the actual circumstances we are currently living in that it could be described as an anachronism. The American essayist Ralph Waldo Emerson (1803-1882) may have said: ‚The earth laughs in flowers‘. But is the earth really still in the mood for laughing?

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